BEGRIFFSERKLÄRUNGEN UND INFORMATIONEN ZU SKIERN
Skis
ANSCHNITT = TAILLIERUNG
ist die gebogene Form des Skis. Je schmaler (taillierter) der Mittelteil des Skis als das vordere und hintere Ende ist, desto mehr Anschnitt hat der Ski und desto schwungvoller kann man mit ihm wenden.
WENDEKREIS UND SCHWUNGRADIUS
Mit Wendekreis bezeichnet man die theoretische, für einen Ski typische Größe der Wendefläche. Bei schwungvoll wendenden Slalomskiern ist der Wendekreis etwa 10-12 m groß, bei gängigen Pistenskiern ca. 14-16 m, bei All-Mountain-Skiern ca. 16-20 m und bei Großslalom- und Freistilskiern meist über 20 m.
BREITE
Die Breite wird an drei Stellen gemessen: An den breitesten Stellen an der Spitze und am Ende sowie in der Mitte an der schmalsten Stelle. Diese Maße werden in Millimetern angegeben. Je größer der Breitenunterschied zwischen vorne und hinten und der Mitte ist, desto mehr Anschnitt hat der Ski, und umso enger ist der Wendekreis.
PINTAIL
Bei einigen Spezialmodellen ist der Ski hinten nicht breiter als der Mittelteil. Diese Skier werden dann als Pintail bezeichnet. Pintail haben vor allem breite, für weichen Schnee konzipierte Ski, da man nach einer Wendung im weichen Schnee nicht stecken bleibt.
LÄNGE
Früher wurde die Länge des Skis fast immer nach der Körpergröße des Skiläufers bestimmt. Heute ist eine solch einfache Anweisung nicht mehr möglich. Für verschiedene Einsatzzwecke konstruierte Skier haben unterschiedliche Längen. Generell nimmt bei zunehmender Geschicklichkeit, Geschwindigkeit und Kraftaufwand auch die Skilänge zu. Wer langsame Abfahrten liebt oder wenig Erfahrung hat, kann einen kürzeren Ski wählen. Für Pistenliebhaber eignet sich ein Ski, der etwas kürzer als die Körpergröße ist.
STEIFIGKEIT
Die Steifigkeit des Skis gibt Auskunft darüber, wie, an welcher Stelle und mit welcher Kraft der Ski sich biegt. Die Steifigkeit des Skis ist nicht auf der ganzen Länge gleichmäßig, sondern ist in den verschiedenen Teilen des Skis unterschiedlich, je nach den gewünschten Eigenschaften. Allgemein gesehen werden die Skier mit zunehmender Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und dem Gewicht des Fahrers steifer.
DURCHBIEGUNG
Auf ebenem Untergrund und von der Seite gesehen ist das Mittelteil des Skis höher als vorne und hinten. Diese Form nennt man Durchbiegung. Dank der Durchbiegung ist das Gewicht des Abfahrtsläufers auf den gesamten Ski verteilt.
UMGEKEHRTE DURCHBIEGUNG
Bei einigen breiten, für Abfahrten im Pulverschnee konzipierten Skiern ist die Durchbiegung umgekehrt, d.h. wenn der Ski aufliegt, ist er vorne und hinten höher. Hiermit versucht man die Eigenschaften des Skis im weichen Schnee zu verbessern, insbesondere beim rückwärts abfahren und beim Landen im Pulverschnee. Die umgekehrte Durchbiegung wird auch Rocker genannt.
AUFBAU
Der Aufbau eines Skis ist entweder Cap oder Sandwich. Die Cap- oder Schalenbauweise bezeichnet eine zusammenhängende Schale auf der Oberfläche des Skis, die von einem Ende über die ganze Oberfläche bis zum anderen Ende reicht. Sandwich- oder Schichtbauweise heißt der Ski besteht aus mehreren übereinander liegenden "Scheiben" aus verschiedenen Materialen. Die Bauweise hat einen gewissen Einfluss auf das Fahrverhalten, man kann aber nicht allgemein sagen, dass eine Bauweise besser als die andere ist.
INTEGRIERTES BINDUNGSSYSTEM
Durch die Integration der Bindung in den Ski wird versucht, die versteifende Wirkung von Bindung und Skistiefel auf den Ski zu eliminieren. Hierdurch erreicht man, dass die Biegung des Skis über die gesamte Länge gleichmäßig ist. Integrierte Bindungen werden nicht am Ski festgeschraubt, sondern sind an verschiedenen Schienensystemen oder Unterlegplatten befestigt. Die Position der Bindungen kann somit leicht verstellt werden, z.B. bei Skistiefeln verschiedener Größe.
MODELLE FÜR DAMEN
Damenmodelle sollten nicht als eigene Kategorie gesehen werden, denn Skiausrüstungen für Damen gibt es für genauso viele Einsatzzwecke wie für Männer. Skier für Damen sind auch speziell für Damen entwickelte Modelle, die auch eine erfahrene Abfahrtsläuferin bei der Wahl ihrer Ausrüstung nicht ignorieren sollte.
CARVING-SKI
Der Begriff Carving, der in den 90er Jahren als Rettung der Alpinski eingeführt wurde, ist heutzutage ein eher nichts sagender Begriff, denn eigentlich sind alle modernen Ski Carving-Skier. Die Bezeichnung Carving bezog sich damals auf die neu gestaltete Form der Skier, wo das Mittelteil deutlich schmaler ist als die beiden Enden.
ALL MOUNTAIN-SKI
Ein All-Mountain-Ski ist seinem Namen entsprechend ein Ski für alle Schnee- und Bergverhältnisse. Er eignet sich für harten und weichen Untergrund, für kleine und große Berge. Diese Skier sind für vielseitige Einsätze konzipiert. Sie sind breiter als Pistenskier, aber nicht so breit, dass die Kante auf harter Piste den Halt verlieren würde. Die besten All-Mountain-Skier eignen sich zum entspannten Abfahrtslauf. Trotzdem sind sie auch schnell.
SKI FÜR PULVERSCHNEE
Für ausschließlich für weichen Schnee konzipierte Freistilskier kennt man viele Bezeichnungen. Sie scheinen von Jahr zu Jahr breiter zu werden. Als breit gelten Skier, die in der Mitte über 90 mm breit sind. Richtig superbreite Skier sind über 120 mm breit. Neu bei den breiten Skiern sind die umgekehrte Durchbiegung, Pintail und der negative Anschnitt.
FREISTILSKI
Im Bereich zwischen All-Mountain-Skiern und ausschließlich für tiefen, weichen Schnee konzipierten Pulverschneeskiern gibt es eine vielseitige Gruppe von Skiern für gemischte Nutzung. Im Allgemeinen sind Freistilski für schnelle Abfahrten in wechselnden Verhältnissen gedacht, hauptsächlich außerhalb gepflegter Pisten.
Bindungen
TRADITIONELLE BINDUNG
Traditionell werden die Bindungen mit Bohrungen und Anschrauben am Ski befestigt. Obwohl Bindungen und Skier immer häufiger integriert sind, werden Bindungen weiterhin sowohl an Skier als auch an Unterlegplatten angeschraubt. Ein Vorteil der Schraubenbefestigung besteht darin, dass Ski und Bindung kein fertiges Paket sind, sondern dass der Anwender seine Ausrüstung zum Abfahrtslauf frei auswählen kann.
DIN-Wert
Gibt den Kraftwert an, bei der sich die Bindung löst. Trotz oft gegenteiliger Annahme ist der DIN-Wert nicht direkt proportional zum Körpergewicht des Skifahrers. Bei der Bestimmung des DIN-Wertes wird auch die Geschicklichkeit des Skiläufers und der Einsatzzweck der Bindung sowie die Länge der Sohle des Skistiefels und des Schenkels des Skiläufers berücksichtigt.
EINSTELLUNGEN FÜR BINDUNGEN
Bei Bindungen kann es auch andere Einstellungen geben als die Spannung und der vordere Druck (umgangssprachlich Länge der Bindung). Beispielsweise können im Frontteil die Seitenflügel und die Höhe verstellbar sein. Viele Bindungen haben hierfür aber eine automatische Einstellung.
QUELLE: Skimbaaja 4/2007


